Ausgabe: 10/2021

Steuern sind so alt wie die Hochkulturen selbst. Schon aus dem alten Mesopotamien oder Ägypten ist klar überliefert, dass man Abgaben an die Herrschenden zahlen musste. Neben notwendigen Investitionen in die Infrastruktur wurden diese unter anderem auch für Kriege und Feldzüge verwendet.

Familienbesitz als Grundlage für Zehent
Mit dem Fortschritt der Geldwirtschaft und der fortschreitenden Sesshaftigkeit wurden Steuern immer konkreter mit Landbesitz und Einkommen verknüpft. Und auch wenn es keine Einnahmen gab, waren Abgaben in der Vergangenheit in vielen Bereichen zu entrichten. Dabei waren meist die ganze Familie und das Familieneinkommen oder gleich der gesamte Familienbesitz Grundlage für die fälligen Steuern. Zusätzlich zu den Abgaben an staatliche Stellen war der sogenannte Zehent in der Regel Pflicht für Bauern und Adelige. Zehn Prozent der erwirtschafteten Güter wurden an die Kirche abgegeben.

Erst durch die Gleichberechtigung und die damit einhergehende Erwerbstätigkeit der Frauen wurde das Steuerthema vom Familienthema zum Individualthema.

Mit zunehmendem Wohlstand durch Arbeit und Gehalt verschob sich in den letzten Jahrzehnten der Fokus von der Besteuerung auf Grund und Boden hin zum Einkommen. In der jüngeren Vergangenheit brachte übrigens auch eine Hochzeit steuerliche Vorteile. Wobei der jeweilige Vorteil auch stark vom Staat und den dort vorherrschenden steuerlichen Richtlinien abhängt.

Einkommenssteuer, Kinder und Familiensplitting
So ist in den westlichen Staaten die individuelle Einkommensteuer mittlerweile wichtigster Bestandteil der jeweiligen nationalen Budgets und trägt wesentlich mehr bei als steuerliche Beiträge aus Land- und Grundbesitz. Die Debatte darüber, welchen Faktor Familien bei der Steuerleistung bringen, ist dabei nach wie vor aktuell. So ist es etwa in Österreich seit einigen Jahren möglich, Kinder und den Aufwand dafür in der Steuererklärung geltend zu machen. Auch das sogenannte Familiensplitting, also die Aufteilung der Steuerlast auf Mann und Frau oder mehrere Haushaltsmitglieder, wird dabei immer wieder diskutiert. Kritikern sind der Meinung, dass sich dadurch allerdings ein Vorteil für einkommensstarke Familien ergeben könnte. Während in Österreich der individuelle Steuerausgleich nach wie vor die Regel ist, gibt es andere Länder, in denen eine Aufteilung über den gesamten Haushalt die Norm ist. In den USA etwa ist es Usus, dass Ehepaare gemeinsam ihre Steuererklärung einreichen.

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