Ausgabe: 12/2021

Das Wort Korruption geht auf den lateinischen Begriff „corruptio“ (Verdorbenheit, Bestechlichkeit) zurück. Seitdem es öffentliche Ämter gibt, sind diese auch für Korruption anfällig. Durch Korruption entsteht weltweit jedes Jahr ein milliardenhoher Schaden an der Allgemeinheit. Im Folgenden beleuchten wir drei Beispiele für Bestechlichkeit im großen Stil, die in den letzten Jahrzehnten für internationales Aufsehen gesorgt haben. Dabei führte das Aufdecken der jeweiligen Skandale auch oft zu Verbesserungen und Neuerungen in der Gesetzgebung, um künftige Käuflichkeit erfolgreich zu unterbinden.

FIFA-Skandal
Fußball ist der globale Sport schlechthin. Keine andere Sportart überschreitet die Grenzen wie das runde Leder, das den Weg ins Tor finden muss. Und bei keiner anderen Veranstaltung wird die weltweite Bedeutung so klar sichtbar wie bei der Weltmeisterschaft. Denn dort messen sich die besten Mannschaften aus allen Erdteilen auf der Suche nach dem wahren Weltmeister. Für die Austragung der Weltmeisterschaften ist die FIFA, der internationale Weltfußballverband, verantwortlich. Umso erschütterter waren Fans rund um den Globus, als Mitte der 2010er-Jahre ein weitverzweigter Korruptionsskandal die FIFA erschütterte. Hochrangige Vertreter bekannten sich schuldig, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Die Vorfälle warfen auch ein schlechtes Licht auf die Vergabepraxis bei der Wahl des Präsidiums und die Durchführung der Weltmeisterschaften.

Operation Autowäsche
Einer der größten Korruptionsfälle der Geschichte waren die Vorfälle rund um den brasilianischen Ölkonzern Petrobas und zahlreiche Baukonzerne, Parteivertreter und Politiker. Dabei sind Milliardenbeträge verschoben worden. Den Namen hat der Fall aufgrund einer Autowaschanlage bei einer Tankstelle in Brasilia, wo viele der Gelder transferiert wurden. Der Skandal erschütterte das größte südamerikanische Land außerordentlich. So wurden Tausende Ermittlungsverfahren gegen Hunderte Personen und Dutzende Unternehmen geführt. Im Rahmen der Proteste gegen die zahlreichen involvierten Parteien und Firmen bildete sich auch eine große neue zivilgesellschaftliche Bewegung. Dabei beschränkten sich die Machenschaften, bei denen es um die Veruntreuung von Geldern des halbstaatlichen Erdölkonzerns ging, nicht nur auf Brasilien. Täter aus einem Dutzend Länder waren im größten Korruptionsskandal Südamerikas involviert.

Lockheed-Skandal
Es war ein Skandal, der zu neuen Gesetzen und Regelungen führte und in zahlreichen Ländern von Japan über die Niederlande, Italien und Deutschland bis zu den USA für großes Aufsehen sorgte. In den 1960er- und 1970er-Jahren hatte die Firma Lockheed an Regierungen und Monarchen in diversen Ländern Bestechungsgelder für den Ankauf von Flugzeugen ihrer Marke gezahlt. Das Aufdecken der Bestechungen führte zu zahlreichen Rücktritten und Verurteilungen. In den Vereinigten Staaten führten die Vorgänge auch zu einer neuen Gesetzgebung. So wurde mit dem „Foreign Corrupt Practices Act“ im Jahr 1977 von Präsident Jimmy Carter ein Gesetz verabschiedet, das es US-Bürgern verbietet, fremde Regierungen und Beamte zu bestechen.

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