Ausgabe: 10/2021

Der Gerichtskommissär ist ein vom Gericht für die Abwicklung der Verlassenschaft bestellter Notar. Er wird vom Verlassenschaftsgericht (zuständiges Bezirksgericht) nach der geltenden Verteilungsordnung mit der Bearbeitung und Abwicklung der Verlassenschaft nach einem Todesfall beauftragt.

Der Gerichtskommissär wird also vom Gericht bestimmt und nicht von den Hinterbliebenen gewählt. Trotzdem können die potenziellen Erben auch einen anderen Notar zusätzlich als sogenannten „Erbenmachthaber“ für das Verlassenschaftsverfahren beauftragen. Dieser wird neben dem ursprünglichen Gerichtskommissär tätig und führt das Verlassenschaftsverfahren im schriftlichen Weg direkt mit dem Gericht durch. Dem ursprünglich zuständigen Notar als Gerichtskommissär bleiben jedoch bestimmte im Gesetz genannte Verfahrensschritte zur Erledigung vorbehalten.

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