Ausgabe: 12/2020

Frage des D.A.S.-Kunden:
Ich möchte zu Weihnachten eine Drohne mit Kamera verschenken. Jetzt habe ich von einem Bekannten gehört, dass es neue EU-Regelungen zum Fliegen der Drohnen gibt. Welche sind das? Worauf muss ich achten?

Antwort der D.A.S. Rechtsberatung:
Die neue EU-Drohnenverordnung gilt ab 31.12.2020 (mit Übergangsbestimmungen für ältere Drohnen bis Jänner 2023). Es werden drei neue Kategorien – nach Gewicht und Einsatzzweck – definiert: „Open“, „Specific“ und „Certified“.

Angabe der Kategorien verpflichtend
Unter die Kategorie „Open“ fallen Drohnen bis 25 Kilogramm Startgewicht, die nur in direkter Sichtverbindung bis 120 Meter Höhe fliegen dürfen. Also die am häufigsten gekauften Drohnen. Prinzipiell gilt: Je schwerer die Drohne, desto höher die Anforderungen an den Piloten und den vorgegebenen Abstand zu unbeteiligten Personen. Die jeweilige Klasse muss auf der Verpackung der Drohne gekennzeichnet sein (CE-Zertifizierung, C0 bis C4 sowie 3 Unterkategorien A1 bis A3). Der Händler ist daher verpflichtet, die Kategorien anzugeben und zusätzlich ein Infoblatt für den Käufer beizulegen.

Registrierung aller Drohnen über 250 Gramm
Neu ist, dass ab 31.12.2020 alle Drohnen über 250 Gramm online registriert werden müssen. Die Austro-Control-Bewilligung fällt zukünftig weg, es gibt auch kein Geräteregister mehr. Zum Ablauf: Der Betreiber erhält nach erfolgreicher Registrierung eine Registrierungsnummer, die er auf allen von ihm verwendeten Drohnen anbringen muss. Das kann auch ganz unkompliziert durch händisches Beschriften der Drohne passieren.

Unter 250 Gramm erfolgt eine Registrierung nur, falls die Drohne eine Kamera montiert hat und nicht unter die Spielzeug-Richtlinie fällt.

Neu ist auch eine Online-Prüfung
Alle Piloten von Drohnen über 250 Gramm Startgewicht müssen – zusätzlich zur Registrierung – einen Online-Lehrgang mit anschließender Online-Prüfung (40 Multiple-Choice-Fragen) absolvieren. Mit der richtigen Beantwortung hat man dann den „Drohnenführerschein“.

Wiegt die Drohne zwischen 900 Gramm und 4 Kilogramm (Kategorie C2), ist zusätzlich eine Theorieprüfung vorgesehen (30 Multiple-Choice-Fragen), die bei einer behördlich anerkannten Stelle absolviert werden muss, bei sogenannten Drohnenflugschulen.

Problem bei Unfällen mit Drohnen
Ein mögliches Problem könnte sich in Zukunft bei Unfällen mit Drohnen und der Versicherungspflicht ergeben, denn die neue Online-Registrierung ist personenbezogen. Die Versicherung ist aber sachbezogen und stellt auf die Drohne ab. Hier handelt es sich um zwei verschiedene Ansatzpunkte, was zur Folge hat, dass die Luftfahrtbehörde (Austro Control) in der „Open“-Kategorie (bis 25 Kilogramm) dann kein Drohnengeräteregister mehr führen kann. Ohne dieses Register kann die Behörde auch die verpflichtenden Drohnen-Haftpflichtversicherungspolizzen nicht mehr auf ihre Gültigkeit und Echtheit überprüfen. Nichtsdestotrotz ist weiterhin der Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtend vorgesehen. Nur die behördliche Überprüfung des Bestehens beziehungsweise die Zuordnung ist dann nicht mehr möglich. Weitere Infos zum Thema finden Sie auch auf der neuen Website der Austro Control: www.dronespace.at

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