Ausgabe: 05/2022

Hunde werden oft als beste Freunde des Menschen bezeichnet. Drei historische Beispiele erzählen die bewegende Geschichte von besonders treuen Vierbeinern, die weit über ihren Tod für Rührung und Begeisterung bei den Menschen sorgen.

Balto (1919 – 1933)
Der sibirische Husky Balto wird mit der abgewendeten Diphtherieepidemie in der Stadt Nome, Alaska, im Jahr 1925 verbunden. Die Kinder der Stadt waren in Todesgefahr und das einzige Diphtherieserum befand sich in der weit entfernten Stadt Anchorage. Doch aufgrund des strengen Winters war es nicht möglich, die lebensnotwendige Medizin über den Luft- oder Seeweg zu transportieren. Deshalb machte sich eine Schlittenhundestaffel auf den beschwerlichen Weg durch Eis und Schnee. Angeführt vom Husky Balto konnte Hundeführer Gunnar Kaasen das Gegenmittel rechtzeitig übergeben und die Kinder der Stadt retten. Balto ist unter anderem ein Denkmal im Central Park in New York gewidmet. 1995 wurde seine Lebensgeschichte im gleichnamigen Zeichentrickfilm auf die Leinwand gebracht.

Hachikō (1923 – 1935) und Shep (? – 1942)
In zwei unterschiedlichen Teilen der Erde, in Japan und dem US-Bundesstaat Montana, ereigneten sich in den 1920er und 1930er-Jahren zwei ähnliche Geschichten. Im Japan der 1920er ist der Akita-Hund Hachikō in der Bahnstation Shibuya in Tokio die Hauptfigur und im „Wilden Westen“ der USA der Hütehund Shep.

Hachikō war der Hund des Universitätsprofessors Hidesaburō Ueno. Er holte sein Herrchen jeden Tag von der Bahnstation ab. Doch auch als der Professor im Jahr 1925 an einer Gehirnblutung starb und nicht aus dem Zug stieg, kam Hachikō. Jeden Tag, neun Jahre lang, kam er genau zur gleichen Uhrzeit zur Bahnstation und wartete auf seinen Besitzer. Dadurch erlangte er Ruhm weit über Japan hinaus. Seine Geschichte wurde mehrmals verfilmt, unter anderem im Jahr 2009 mit Richard Gere in der Hauptrolle.

Begräbnis für einen Hund
Die Geschichte von Shep ist ähnlich. Er kam im Jahr 1936 zum Bahnhof der Stadt Fort Benton, um sich von seinem verstorbenen Besitzer, einem unbekannten Schafhirten, zu verabschieden. Wie Hachikō kam er jeden Tag zur gleichen Zeit zum Bahnhof, um sich nach seinem Herrchen umzusehen. Auch er erlangte damit überregionale Berühmtheit. Als er 1942 von einem herannahenden Zug erfasst wurde und starb, kam die ganze Stadt zu seinem Begräbnis.

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