Ausgabe: 05/2022

Man kennt das: Die Glühbirne ist kaputt. Oder man möchte ein neues Handy. Bis vor ein paar Jahren war das noch mit der Anreise zu einem Geschäft verbunden. Heute kann man bereits sehr viele Güter per Knopfdruck bis zur Haustür bestellen. Bezahlt wird mit der Kreditkarte. Die Art und Weise, wie wir einkaufen, hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Die Pandemie hat den Prozess noch einmal beschleunigt. Doch wie Radio, Kino und Zeitungen durch modernere Technologien nicht ausgestorben sind, befinden sich auch ältere Plätze des Handels in verschiedenen Variationen nach wie vor in Betrieb. Eine historische Reise durch die Entwicklung von Marktplätzen und Verkaufsstellen – von der Antike bis heute:

Die Agora und die Institutionalisierung des Markts
Tausch und Handel waren schon in der frühen Menschheitsgeschichte Teil der Gesellschaft. Mit der Sesshaftigkeit der Menschen wurden Märkte immer bedeutender, vor allem in Ballungszentren wie den frühen Städten. Die Stände auf der Agora im antiken Griechenland unterschieden sich dabei nicht sehr von den heutigen Gemüseständen auf dem Brunnen- oder Naschmarkt in Wien. Unterschiedliche Waren, frisch und konserviert wurden gegen andere Waren oder Geld eingetauscht. Diese Art von Märkten prägte auch das Geschehen bis in die Neuzeit.

Spezialisten und kleine Geschäfte
In der Neuzeit verlagerte sich das Geschäftswesen in den Städten in Warenhandlungen. Durch den beginnenden globalen Warenverkehr wurden neue Güter wie Kaffee, Tee oder Schokolade in eigenen kleinen Geschäften angeboten.

Die Industrialisierung und erste Warenhäuser
Mit dem rasanten Wirtschaftswachstum im 19. Jahrhundert wuchsen auch die Städte. Große Warenhäuser, die auf mehreren Stockwerken – von Delikatessen über Kleidung bis hin zu Möbel – sämtliche Bereiche des täglichen Lebens abdeckten, waren bald in jeder großen Stadt zu finden. Dort konnte man nicht nur einkaufen, sondern sich die neuesten Produkte auch gleich vorführen lassen.

Raus aus der Stadt in die Shoppingcenter
Die Shoppingcenter und Malls erlebten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Höhenflug. Statt in einzelnen Geschäften im Stadtkern einzukaufen, fuhr man jetzt vermehrt in Einkaufszentren an den Stadtrand. Dort wurden Waren nicht nur in vielen unterschiedlichen Geschäften verkauft, sondern das Angebot wurde meist mit Unterhaltung und Kulinarik ergänzt. Auch im ländlichen Raum machte sich dieses Phänomen bemerkbar. Statt im Ortskern wurde am Ortsrand geshoppt.

Das Internet als neuer Marktplatz
Mit Amazon und anderen ähnlichen Plattformen kamen in den 1990-er Jahren die ersten Marktplätze im Internet auf. War man dort anfangs auf gewisse Nischen fokussiert (Bücher, DVDs etc.), kann man mittlerweile fast alle Waren online kaufen und bestellen. Neue Software-Lösungen lassen heute jeden mit ein paar Klicks zum Online-Händler werden. Tausende Online-Shops gibt es alleine in Österreich, mehrere Millionen sind es weltweit.

Ausblick in die Zukunft
Mit dem Ausbau von virtuellen Welten werden in den nächsten Jahren neue Marktplätze dazukommen. Doch auch alte bleiben bestehen, denn immer mehr Menschen schätzen wieder die persönliche Beratung und Begutachtung der Waren im stationären Handel. Auch die Kombination (Stichwort „Click & Collect“) ist im Trend.

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