Ausgabe: 12/2020

Der Wintertourismus muss zurzeit nicht nur die durch die Corona-Pandemie entstandenen Probleme meistern, auch langfristig stehen viele klassische Skiregionen vor einer großen Herausforderung: Die Schneefälle vergangener Jahrzehnte bleiben immer öfter aus. Statt weißer Pisten sind meist grüne Almwiesen zu sehen, wie sich von Kärnten bis Vorarlberg zeigt.

Der Klimawandel offenbart schonungslos seine Wirkung: Statt Schnee fällt immer öfter Regen. Oder der Niederschlag bleibt überhaupt aus. Vollgeschneite Berge mit frischen Pulverschneepisten bereit für die ersten Carver werden immer öfter zur Seltenheit. Das nostalgische Postkartenmotiv der Winterwunderlandschaften vergangener Tage entspricht oft nicht mehr der Realität.

Technische Lösungen
Dagegen wurde in den letzten Jahren schon mit der Errichtung von Schneeanlagen reagiert. In manchen Regionen gibt es eigene Stauseen, die für die notwendige Schneesicherheit sorgen. Doch in Zeiten, wo Nachhaltigkeit und schonende Ressourcen das Gebot der Stunde sind, finden künstliche Pisten inmitten schneearmer Abfahrten nicht nur Fans.

Unabhängig davon wird es mit steigenden Temperaturen in der Zukunft immer schwieriger, Flächen so mit Kunstschnee auszustatten, dass eine ganze Saison lang viele tausende Ski- und Snowboardfahrer täglich darüberfahren. Auch alternative Lösungen vom Schnee aus Kunststoff hin zu Matten oder Gras-Ski sind (noch) keine für die breite Masse tauglichen Angebote.

Wichtige Arbeitsplätze und neue Angebote
Nicht nur, dass die Menschen gerne Skifahren. Dieser Sport hat in Österreich wie kaum in einem anderen Land einen hohen Stellenwert, von jung bis alt. Mit dem Wintertourismus sind außerdem viele Tausend Arbeitsplätze verbunden, vom Skilehrer bis zum Koch im Wintersporthotel. Viele Regionen setzten daher schon heute auf weitere Angebote zusätzlich zum Wintersport. Von Wellness über Wandern hin zu Mountainbike-Routen. Manche Skiregionen sind auch im Sommer beliebte Sommerfrischeziele, doch der Großteil der Umsätze wird im Winter generiert. Über Almwiesen wandern und danach entspannt saunieren. Vom Radausflug zum Marmelade-Kochworkshop und dann zur Gesichtspflege mit nachhaltiger Maske aus regionalen Bioprodukten? Sieht so die Zukunft des Wintertourismus aus? Und ans eigentliche Skifahren erinnert dann nur noch Virtual Reality vor dem Großbildschirm in der Hotellobby? Es ist ein Thema, dass Skifahrer und Skiregionen weiterhin viele Jahre beschäftigen wird.

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