Ausgabe: 12/2020

Palmen und Orangenbäume in den Einkaufsstraßen, Temperaturen jenseits der 40 Grad und lange Trockenperioden. Das Klima ändert sich und es wird auch in Österreich heißer. In einer Studie der internationalen Organisation „PLOS One“ wurde die Auswirkung des Klimawandels auf verschiedene europäische Metropolen untersucht.

Heiß wie in Neapel
Die Erkenntnis: Wien wird in 30 Jahren ähnliche Temperaturen haben wie das nordmazedonische Skopje oder Neapel im Süden Italiens. In Stockholm wiederum könnten dann „Wiener Verhältnisse“ herrschen. Um fast fünf Grad wird es in dreißig Jahren im Winter wärmer sein, um 3,5 Grad im Sommer. Und die Bundeshauptstadt ist besonders stark betroffen. Sogar um 7,6 Grad heißer als jetzt könnte es im Extremfall werden.

Globales Phänomen
Nicht nur auf europäische Städte treffen diese Entwicklungen zu, auch in anderen Teilen der Welt sind die Städte vom Klimawandel betroffen. So wird sich die Temperatur in Seattle, im Nordwesten der USA, dem in San Francisco (Kalifornien) anpassen, das in Tokyo dem in Südwest-China. Mit der zunehmenden Urbanisierung werden auch immer mehr Menschen von den heißen Städten betroffen sein. So wird damit gerechnet, dass im Jahr 2050 bereits 68 Prozent der Weltbevölkerung, also mehr als zwei Drittel, in Städten leben werden.

Globale Entwicklungen
Schon in den letzten Jahren ist die Temperatur in Wien überdurchschnittlich stark gestiegen. Die vergangenen Jahre waren die wärmsten in der Geschichte der 250-jährigen Aufzeichnungen. Dabei ist der Klimawandel ein globales Phänomen, denn der Austausch der CO2-Emissionen ist nicht an Stadt- oder Landesgrenzen gebunden. Obwohl es viele Anstrengungen gibt, dem Klimawandel entgegenzuwirken, können diese nur von Erfolg gekrönt sein, wenn die gesamte Welt zusammenarbeitet. Diese Entwicklungen liegen oft außerhalb der Entscheidungsgewalt der betroffenen Städte.

Lokale Maßnahmen für das Mikroklima
Geht man davon aus, dass die Temperaturen in Wien in zehn Jahren jenen in Norditalien und in zwanzig Jahren jenen in Dalmatien entsprechen, dann können nur lokale Maßnahmen helfen, die Erhitzung der Stadt erträglicher zu machen. Mit einer Reihe an Initiativen wird in Wien und anderen Städten bereits jetzt gegen die Hitze gearbeitet. Kühle Straßen mit verstärkten Baumpflanzungen, Wasser- und Schattenelementen sowie vertikaler Begrünung dienen ebenso dazu, das Mikroklima zu senken, wie die Entsiegelung von Betonflächen und die Schaffung von Grünflächen bei Neubauprojekten. Auch die Begrünung von Bim- und Busstationen ist solch eine Maßnahme. Sprühnebel und automatische Sonnensegel sind weitere Elemente, die für Erfrischung und Erholung an heißen Tagen sorgen sollen. Mit lokalen Maßnahmen kann das Mikroklima um bis zu 6 Grad gekühlt werden und damit ein Ausgleich für die Hitze der Zukunft geschaffen werden.

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